AfA-Bezirk Hannover Nachrichten http://afa.spd-bezirk-hannover.de/ Aktuelle Nachrichten: AfA-Bezirk Hannover de-de Copyright 2010, AfA-Bezirk Hannover Mon, 10 Aug 2009 00:00:00 +0200 Betriebsräteforum in Sarstedt mit Michael Riffel - Mitbestimmung in Krisenzeiten http://afa.spd-bezirk-hannover.de/content/102692.php
In Sarstedt fand am 10.08.2009 ein „Betriebsräteforum“ im Restaurant des Innerstebads mit Michael Riffel, dem Geschäftsführer des VW-Gesamt- und Konzernbetriebrates und Generalsekretär des Europäischen Konzernbetriebsrats von VW zu dem Thema: "Mitbestimmung in Krisenzeiten" statt.

Michael Riffel war dem Ruf der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) gefolgt und extra aus Wolfsburg nach Sarstedt geeilt. Gemeinsam mit MdL Markus Brinkmann und dessen Parteifreund Bernd Westphal (IG BCE) moderierte er die Veranstaltung mit den rund 40 Gästen. Neben den stellvertretenden Vorsitzenden der AfA im SPD-Bezirk Hannover, Ines Buddensiek aus Hameln und Michael Biank aus Hannover war auch der Vorsitzende der AfA im SPD-Bezirk Braunschweig Gunter Wachholz anwesend.

Das Thema des Abends lautete „Mitbestimmung als Element der Krisenbewältigung“. Wie funktioniert Arbeitnehmer-Beteiligung in einem Konzern wie VW, gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise? Der Genosse Riffel lieferte viele Ansätze und stellte die Problematik „Geldgier“ der Aktionäre heraus. „Die Finanzmärkte müssen an die Kette gelegt und demokratisch reguliert werden“, sagte der 51-jährige Wolfsburger. Die Banken hätten bisher offensichtlich nicht als zu viel dazu gelernt und müssten dringend Lösungen aus den Ursachen der Krise erarbeiten um neue und nachhaltige Systeme zu erschaffen. Mit dem bisherigen Abschöpfen sei es nicht getan. Auch Volkswagen habe die Nutzung von Kurzarbeit bisher geholfen. Die Frage sei aber, wie es nach dem Auslaufen dieser gesetzlichen Möglichkeit weiterginge. „Sobald die Kurzarbeit nicht mehr greift, ist es durchaus möglich, dass wir in Deutschland eine große Beschäftigungskrise, vielleicht schon 2010, bekommen.“

Viel Lob hatte der Gewerkschafter Riffel für das VW-Gesetz, das die Arbeitnehmer-Interessen gegen „gierige Kapitalinteressen“ schützt. Immer wieder betonte der Gewerkschafter, wie wichtig der Arbeitnehmer-Einfluss bei Unternehmens-entscheidungen in Deutschland und Europa ist. „Dafür müssen die gesetzlichen Voraussetzungen dringend verbessert werden.“ Dies sicherzustellen, sei Aufgabe der Politik.

Auch zu den aktuellen Entwicklungen bezüglich der Integration von Porsche in den VW-Konzern nahm der Generalsekretär des Europäischen Konzernbetriebsrats des Unternehmens Volkswagen Stellung. „Künftig werden nicht mehr neun, sondern mit Porsche zehn Marken unter dem VW-Dach eine gute Perspektive haben“, sagte er. Die Integration von Porsche in den VW-Konzern biete viele Chancen. „Wir wollen die hochqualifizierte Mannschaft gerne integrieren und werden diese Synergien gemeinsam zu nutzen wissen.“

Im Jahr 2005 war zunächst von einer Beteiligung von Porsche an VW die Rede, bevor der Sportwagenbauer um seinen ehemaligen Vorsitzenden Wendelin Wiedeking eine heimliche Übernahme anvisierte. „Wiedeking hat aber die Stärke der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterschätzt. Porsche hat sich finanziell mehr als übernommen und nun viele Milliarden Euro Schulden“, resümierte M. Riffel hierzu.

Bezüglich der weiteren Entwicklung nach diesem Übernahmestreit pochte Michael Riffel auf die Lösung „Integration unter dem VW-Dach“. „Alle müssen ihren Beitrag leisten – insbesondere die Eigentümer-Familien Porsche und Piëch. M. Riffel erläuterte mehrere mögliche und aus seiner Sicht zwingend erforderliche Bedingungen für eine erfolgreiche „Integration“.

Der 51-Jährige Geschäftsführer des VW-Betriebsrates stellte seine Gedanken für eine Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung sowie eine Beschäftigungssicherung vor.

Die anschließende Diskussion wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr engagiert und interessiert geführt. Michael Schiefer (AfA-Schaumburg), Beisitzer im AfA-Bezirksvorstand Hannover, konfrontierte Michael Riffel mit der Frage, ob ein Konzern wie VW nicht auch Verantwortung für Zulieferer-Betriebe wie Continental oder Wabco zeigen müsse. „Die Verantwortung liegt auch bei der Politik, nicht nur bei den Betrieben“, stellte M. Riffel in seiner Antwort heraus. „Wir bei Volkswagen sichern durch Innovation und begehrenswerte Produkte Arbeitsplätze und helfen damit letztlich auch den Zulieferern.“

Der Vorsitzende der AfA im SPD-Bezirk Hannover, MdL Markus Brinkmann, zeigte sich nach dem Forum mehr als zufrieden mit der Beteiligung der Gäste. „Ich bin überrascht, wie viele meiner Einladung gefolgt sind.“ Der Genosse Markus Brinkmann bedankte sich u.a. bei den Organisatoren Bernd Westphal und seiner Mitarbeiterin Sabine Kreye für die perfekte Organisation und wird versuchen das „Betriebsräteforum“ - eine Idee der SPD Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) - mindestens zweimal im Jahr zu wiederholen.

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Mon, 10 Aug 2009 00:00:00 +0200
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